
Taha Bader ist ein Künstler aus Halle (Saale), der 1991 in Karatschi, Pakistan geboren wurde. Seit 2016 lebt er in Sachsen-Anhalt. Von 2009–2013 studierte er Communication Design an der renommierten Indus Valley School of Art & Architecture in Karatschi.
Von 2016 bis 2018 absolvierte er zusätzlich an der Hochschule Anhalt in der Bauhausstadt Dessau einen Master in Integrated Design. Schon von Kindheit an malt und zeichnet Taha Bader, in Stendal in mitten der Corona-Pandemie hat er jedoch die Liebe zur Malerei voll entfaltet. Seitdem malt er neben seinem Job als User Experience (UX)-Designer leidenschaftlich. Seit 2022 sind seine Werke in Ausstellungen zu sehen.
Ausstellungen
Einzelausstellung / Karatschi. Momente
Kunstverein Rheinstetten | Rheinstetten
29. Nov 2025 – 18. Jan 2026
Einzelausstellung / Flechte mir Erinnerungen
Galerie Momente | Halle (Saale)
19. Juli 2025 – 18. Okt 2025
Gruppenausstellung / Momente aus Karatchi II
CoSy-Festival | Dornburg
10. Juli 2025 – 22. Juli 2025
Einzelausstellung / Momente aus Karatchi I
BBKarium | Dessau-Roßlau
01. Juli 2025 – 30. Juli 2025
Gruppenausstellung / Male Figure XIV
Kunstbehandlung | München
20. März 2025 – 3. Mai 2025
Gruppenausstellung / Always change a running system
Blech | Halle (Saale)
28. Februar 2025 – 27. April 2025
Einzelausstellung / Quiet Boys
Galerie Momente | Halle (Saale)
24. August 2024 – 30. Oktober 2024
Einzelausstellung / Momente aus Karatchi
Galerie Momente | Halle (Saale)
6. April 2024 – 24. Juni 2024
Gruppenausstellung / Unsichtbar
GRASSI Museum für Volkerkunde Kunst | Leipzig
1. Dezember 2023 – 1. Dezember 2025
Einzelausstellung / Die Momente 2
Stadt- & Museumshaus Waldheim
3. September 2023 – 24. November 2023
Einzelausstellung / Die Momente
inlingua Stendal | Hansestadt Stendal
1. Oktober 2022 – 3. Dezember 2022
Über Malerei
Taha Baders Bilder sind von seiner Heimatstadt, der Millionenmetropole Karatschi, geprägt. Er fängt die Momente des Alltags ein, die für ihn wichtig sind und verleiht ihnen durch seine expressive Farbgebung und seinen dynamischen Stil eine neue Gegenwart.
In seinen Motiven werden persönliche und kulturübergreifende Versatzstücke neu zusammengesetzt. Persönliche Themen sind das Wesen der Mutterschaft, Kindheitserinnerungen, Kontemplation und Warten. (Bildserien »Mittagspause« und »Kontemplation«).

Die Hauptmotive halten oft besondere Augenblicke fest. Sie zeigen eine große Bandbreite an Emotionen: Momente der Erwartung, der innigen Verbundenheit, Momente des Innehaltens und des Erinnerns. Taha Bader beobachtet die Freude, die Menschen ausdrücken, wenn sie in ihre Tätigkeit völlig vertieft sind – dann laden sie unbeabsichtigt ein, einen Blick in ihr Leben zu werfen.

Der Betrachter seiner Bilder ist wiederum eingeladen, sich in die Szene hineinzuversetzen und diesen besonderen Moment zu genießen. Er ist eingeladen, dabei die Welt mit neuen Augen zu sehen und die kleinen Dinge im Leben zu schätzen (Bildserie »Kleine Drehwelten«).
Ein oft wiederkehrendes Element in seinen Bildern ist der Spitzbogen, dem wohl bekanntesten Element islamischer Architektur, wie man sie auch in den historischen Mogulbauten des indischen Subkontinents und in der zeitgenössischen Architektur Pakistans findet. Es wird unter anderem in Arkadengängen aber auch in den großen Torbauten, sogenannten Pischtaks, eingesetzt. Bader hat viel Zeit damit verbracht, unter Bögen zu sitzen und das Leben zu beobachten. Der Pischtak symbolisiert für ihn nicht nur den Ein- und Ausgang des Lebens, sondern auch ein Gefühl der Vertrautheit, des Trostes und der Sicherheit. Diese Wahrnehmungen verbinden ihn mit dem Gefühl, bei seiner Mutter zu sein, das auch in der Bildserie »Muttersprache« zum Ausdruck kommt.
Die Bildserie »Queerformat« erforscht die Mehrdeutigkeit von LGBTQ-Labels in Pakistan. Dort ist es für Männer normal, sich an den Händen zu halten, was im Westen als homosexuelles Verhalten wahrgenommen wird. Diese Zurschaustellung von Zuneigung hilft queeren Menschen, ihre Liebe zueinander zu zeigen, ohne ihre Sexualität preiszugeben. Die Einführung westlicher Vorstellungen verändert dieses Verhalten jedoch allmählich und macht es sowohl für hetero- als auch für queere Menschen schwierig, ihre Freundschaft und Intimität in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Die monochromen Gemälde erscheinen in einem intensiven Blau, das aus der Nähe verschiedene weitere Nuancen preisgibt. Die farbigen Gemälde bestehen aus schillernden Farbkompositionen, in denen vor allem das Mango-Orange und das intensive Kolbaltblau leuchten. Diese Farben sind eine weitere Referenz an sein Heimatland: Die Mango ist eine der wichtigsten Früchte, die in Pakistan gedeihen, das Kobaltblau wird seit Jahrhunderten in der islamischen Dekoration, insbesondere bei kostbaren gefliesten Oberflächen, genutzt.
